Preisträger Michel Legrand

Der Höhepunkt des Abends war die Verleihung des mit 10 000 Euro dotierten „Look & Listen“ Telepool-BR-Music-Awards an den französischen Filmkomponisten Michel Legrand, der die Auszeichnung persönlich entgegennahm und das Publikum wissen ließ, wie bewegt er gewesen sei, die Einladung nach München zu erhalten. Den Preis überreichten Dr. Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des BR, und der Geschäftsführer des Preis-Stifters Telepool GmbH, Dr. Thomas Weymar.

Moderator Roger Willemsen, der gewohnt pointiert durch den Abend führte, bemerkte scherzhaft, dass er den Geldbetrag, der mit der Auszeichnung verbunden sei, als Scheck zu treuen Händen Michel Legrands Ehefrau Cathérine übergeben werde.

Mit Michel Legrand wurde ein Filmkomponist geehrt, der auch in Jazzkreisen als Interpret eine Institution ist. Django Reinhardt, John Coltrane, Gerry Mulligan, Miles Davis: die Liste derer, mit denen Legrand als Pianist auftrat, ist lang. Nicht minder lang die jener Leinwandstars, deren Charaktere er filmmusikalisch ausstattete, angefangen von Cathérine Deneuve über Steve McQueen bis hin zu Barbra Streisand, der er in „Yentl“ ein ganzes Song Book auf den Leib komponierte.

Zwölfmal wurde Michel Legrand für den Oscar nominiert, der ihm für den Filmsong zu „Thomas Crown ist nicht zu fassen“, „Windmills of your Mind“ (1968) und die Soundtracks zu den Filmen „Summer of 42“ (1971) und „Yentl“ (1983) verliehen wurde. Und noch immer gibt der 1932 in Paris Geborene dreifache Oscar-Preisträger pro Jahr an die 75 Konzerte – bislang jedoch noch kein einziges Mal in Deutschland!